Reisebericht: Naturcampingplatz „Zum Hexenwäldchen“

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Über Ostern haben wir uns mal wieder einen Campingplatz für einen Kurztrip ausgesucht. Diesmal fiel unsere Wahl auf den „Naturcampingplatz Zum Hexenwäldchen in 17252 Mirow / Blankenförde. Ein wunderschönes Fleckchen Erde inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte.

Anreise und Anfahrt

Vom Süden Berlins aus ging es über die Stadtautobahn nach Norden bis zum Oranienburger Kreuz. Von dort aus verlief unsere Fahrt ausschließlich über Bundesstraßen.
Schon die Fahrt durch das Mecklenburgische Land ist ein Erlebnis. Während man durch unzählige kleine Ortschaften tuckert, fühlt man sich mancherorts weit in die Vergangenheit versetzt. Und außerhalb der Dörfer und kleinen Städte: Natur pur! Weite Ebenen, Wiesen, Felder, Rinder, Pferde, Ochsen,… Eben das Texas Deutschlands.

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Die Zufahrt zum Platz ist im Vergleich zu anderen Plätzen (Springsee) dann absolut easy und auch gut ohne Allradfahrzeug zu bewältigen.
Von der Landstraße aus führt nur ein relativ kurzer Weg ohne große Schlaglöcher, Steigungen oder Senken querfeldein, und schon steht man vor der Schranke zum Hexenwäldchen.

Ankunft und Empfang

Der Empfang am Platz durch die Inhaberin war ein echtes Erlebnis! Sowas erlebt man wirklich selten: Nach der Durchfahrt durch die Schranke sagte sie: „Lasst das Gespann erstmal hier stehen und trinkt in Ruhe einen Kaffe.“

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Wie man vielleicht auf dem Bild sehen kann, reicht die Breite des Weges gerade einmal für ein Fahrzeug. Gegenverkehr oder nachfolgende Gespanne kämen nicht vorbei.
Aber „Hektik“ gibt es nicht auf dem Hexenwäldchen-Platz. Wenn sich die Schranke erst einmal hinter einem geschlossen hat, ist man sehr schnell in dieser verträumten Ruhe angekommen. Herrlich.

Also bekamen wir erstmal einen Kaffee und die Kinder jeweils einen Saft. Der Kurzurlaub begann entspannt…

Der Stellplatz

Nachdem wir mit unseren Getränken soweit durch waren, ging die Inhaberin mit uns über den Platz und empfahl uns einen wirklich tollen Stellplatz direkt am See.

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Sicherlich hatten wir Glück, dass an diesem Wochenende noch nicht all zu viele Gäste da waren. Dadurch waren wirklich die allerbesten Plätze noch frei.

Wer es lieber ein wenig schattiger und unter Bäumen mag, kann sich etwas weiter in den Wald stellen. Auch hier winken lauschige und gemütliche Stellflächen.

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Verlaufen kann man sich auf dem Gelände nicht. Und trotzdem hat jeder genügend Platz und Freiraum. Und auch zu den verschiedenen Sanitärhäusern ist es nie wirklich weit.

Sanitäranlagen

Irgendwo gibt es ja immer ein wenig zu meckern. Leider ist es diesmal bei den Sanitäranlagen der Fall.
Okay,… vielleicht ist es bei warmen Wetter angenehmer, aber bei 13 Grad Außentemperatur war es schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass die Toiletten nicht geschlossen, sondern unten und oben offen sind. Natürlich mit Dach,… aber halt offen. Dementsprechend kalt ist es dann schon am Po. 🙂

Auch, dass es leider kein warmes oder heißes Wasser an den Waschbecken und Abwaschstationen gab, ist nicht so prickelnd.
Ob das dauerhaft so ist, können wir nicht genau sagen, allerdings soll wohl bei den Handwaschbecken ein Durchlauferhitzer defekt gewesen sein. Der hat einfach den Winter nicht überlebt.
Die Abwaschstation allerdings hatte tatsächlich nur Kaltwasser. 🙁

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Die Duschräume waren sauber und gepflegt und man sah, dass in den letzten Jahren einiges gemacht worden sein muss.
Allerdings standen meist die Türen offen und es war kalt. Der Heizpuster hatte dann abends alle Hände voll zu tun, dass es wieder kuschelig wurde. 🙂

Gerade bei den Toiletten aber, haben wir schon deutlich schlimmere Sachen gesehen. Alles in Allem also okay.

Kinder und Entertainment

Nur wenige Campingplätze machen den Eindruck überhaupt auf Kinder vorbereitet zu sein. Nur, weil irgendwo eine Schaukel steht oder eine Rutsche ist, hat man noch lange keinen Spielplatz.
Das Hexenwäldchen scheint aber förmlich speziell auf Kinder zu warten und jedes einzelne (und es waren viele!) ist herzlich willkommen. Und das merken sie. Sie fühlen sich wohl.

Der direkt vor der Rezeption gelegene Spielplatz ist für die relaxenden Eltern bei einem Kaffee gut zu beobachten.
Doch auch, wenn man mal einen Moment lang nicht schaut, wo sein Kind ist, hat man immer das Gefühl, dass es vom Team, dass im Nu die Namen der Kinder kannte und mit ihnen interagierte,  im Auge behalten wird. Familiär eben.

Unser Kleiner (4) beispielsweise ist ein angstloser Draufgänger. Und damit er beim Aufbau des Vorzeltes nicht gleich ertrinkt, während er den Bootssteg erkundet, bekam er kurzerhand von der „Chefin“ eine Schwimmweste umgebunden. Kosten? Nein. Pfand? Nein. Einfach genial!

In der Natur gibt es für die Kids natürlich so Einiges zu entdecken und zu erfahren.
Sei es bei einer Kanutour durch scheinbar unberührte Landschaften, bei einem Ritt auf dem Esel oder dem Pony oder beim Pflegen der platzeigenen Tiere (Schafe, Ziegen, Schwein, Pony, Esel, Hühner, etc.). Mitmachen ist hier gefragt.


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Da wir am Osterwochenende zu Gast waren, gab es natürlich auch noch extra Programm für die Kinder. Es wurden gemeinsam Ostereier bemalt, es gab eine tolle Ostereiersuche im Wald und am Abend ein Lagerfeuer mit Gitarrenmusik, Kinderpunsch und Glühwein. Kosten? Keine! Alle waren eingeladen. Toll!

Und Eltern können sich vorstellen: Nach so einem Tag fallen Kinder abends einfach um. 🙂

Abendprogramm und Ruhe

Es ist immer ein Drahtseilakt für Platzbetreiber, dass man den Gästen genügend Freiraum gibt und trotzdem jedem seine abendliche Ruhe zusichern kann.
Das Team vom Hexenwäldchen hat das toll gelöst: Es ist zwar erlaubt am eigenen Stellplatz zu grillen, aber ein Lagerfeuer ist nicht gestattet. Einfach, um nicht in den Abend- und Nachtstunden zahlreiche kleinere Gelage im Camp zu haben, an denen gefeiert wird.

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Stattdessen ist direkt vor der Schrankeneinfahrt (neben einem Volleyballplatz) eine Feuerstelle, zu der jeder Gast eingeladen ist. Denn auch hier ist „mitmachen“ angesagt. Gemeinsam ein Lagerfeuer entfachen, Leute kennen lernen, Musik machen,…
Und wer dann genug hat, geht wieder rein auf das Gelände zu seinem Wohnwagen und hat absolute Ruhe.
Eine tolle Lösung. Hat uns sehr gefallen.

Verpflegung und Versorgung

Im Rezeptionsgebäude ist auch ein kleiner „Tante-Emma-Laden“ untergebracht. Hier gibt es alles, was man nötig braucht. Und bezahlen kann man, wie bei Tante Emma damals, einfach später. Alles wird angeschrieben und am Abreisetag abgerechnet. Super einfach.

Handy & Internet

Wie so oft, ist man auch hier vom LTE-Netz der Großstadt weit entfernt. Mit einem „E“ kann man jedoch getrost noch (Text-)Nachrichten via WhatsApp senden und empfangen.
Für den Notfall steht den Gästen im Rezeptionsbereich aber auch kostenloses (!) Wlan zur Verfügung.

Fazit

Jedem, der mit Kindern unterwegs ist und nicht den puren Luxus, sondern etwas Ausgefallenes und Naturverbundenes sucht, können wir von Herzen empfehlen den Hexenwäldchen-Platz einmal anzufahren.
Wir jedenfalls werden wiederkommen. 🙂

Mehr Fotos

Wer noch ein paar Eindrücke vom Hexenwäldchen sehen möchte, für den haben wir hier noch ein paar Bilder:

2016-03 – Wohnwagenfamilie am Hexenwäldchen

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Ein Gedanke zu „Reisebericht: Naturcampingplatz „Zum Hexenwäldchen“

  1. Stefanie Holtkamp Antworten

    Den Platz kenne ich auch – genauso wie ihr ihn beschreibt. Das Hexenwäldchen liegt außerdem auch noch ziemlich perfekt zum Kanu fahren. Man paddelt von hier aus direkt in den für Motorboote gesperrten Nationalpark. Kanus kann man direkt auf dem Platz leihen. Außerdem gibt es an einer ruhigen Stelle am Seeufer eine kleine Sauna, die man abends stundenweise mieten kann. Zur Abkühlung geht es dann in den nachtschwarzen See … War super 🙂

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